5. Online-Seminar der Reihe "Die Zukunft von Bibliotheken gestalten: EU-Aktions- und Strukturprogramme im Überblick"

Termin: 28. Januar 2025, 13:00 bis 14:30 Uhr
Plattform: Edudip

Referent*innen: Jochen Butt-Pośnik, Carina Böttcher

Das EU-Aktionsprogramm „Bürgerinnen und Bürger, Gleichheit, Rechte und Werte“ (Citizens, Equality, Rights and Values Programm, CERV) fördert Projekte, die sich zentralen gesellschaftlichen Themen wie Gleichstellung, Nicht-Diskriminierung, Gewaltprävention, kommunale Partnerschaften sowie bürgerschaftliches Engagement widmen. Über eine Laufzeit von sieben Jahren stehen im Rahmen der aktuelle Förderperiode (2021-2027) europaweit mehr als 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft, kommunalen Einrichtungen oder anderen Institutionen bei der Umsetzung solcher Vorhaben zu unterstützen.

Wie jedoch bei anderen EU-Aktionsprogrammen auch bedarf die Teilnahme an CERV einer sorgfältigen Vorbereitung, da die Förderaufrufe (Calls) anspruchsvoll sind und fundierte Projektkonzepte sowie oftmals europäische Partner*innen voraussetzen. Zugleich offeriert CERV Bibliotheken wertvolle Chancen: neben der finanziellen Unterstützung ermöglicht das Programm die Realisierung langfristig angelegter Vorhaben, die über die Projektlaufzeit hinaus Wirkung entfalten, fördert den Aufbau von Netzwerken, die den interinstitutionellen Austausch stärken.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte besitzt das EU-Aktionsprogramm CERV? Welche Möglichkeiten leiten sich daraus für Bibliotheken ab? Wie lassen sich in diesem Kontext passende Projektpartnerschaften aufbauen?

Diese und weitere Fragen wurden in der Online-Veranstaltung thematisiert. Im Mittelpunkt standen ein Überblick über das Arbeitsprogramm und die relevanten Förderaufrufe für 2025 sowie die Präsentation eines erfolgreichen Modellprojekts mit Bibliotheksbeteiligung. Darüber hinaus bot die Veranstaltung Raum für Rückfragen, Austausch und die Vernetzung innerhalb der Bibliothekslandschaft.

Jochen Butt-Pośnik, Leiter der Kontaktstelle CERV Deutschland, gab einen Einblick in die aktuellen Möglichkeiten jenes EU-Aktionsprogramms für Bürger*innen, Gleichheit, Rechte und Werte. Carina Böttcher, EU- und Drittmittelreferentin des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken beim Deutschen Bibliotheksverband e.V., übernahm die inhaltliche Hinführung zum Thema sowie die Moderation der Veranstaltung.

Das Online-Seminar ist kostenfrei, es steht allen interessierten Einrichtungen offen. Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Browser (Firefox oder Google Chrome) aktuell ist, um eine gute Ton- und Bildqualität sicherzustellen. Sollte Sie zum Zeitpunkt der Veranstaltung verhindert sein, sind Sie herzlich eingeladen die entsprechende Aufzeichnung anzuschauen; sie wird sowohl auf der Webseite des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. als auch des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken, dem Bibliotheksportal, zur Verfügung stehen.

Videomitschnitt des Online-Seminars

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Gruppe arbeitet an einem Tisch

Online-Seminarreihe "Die Zukunft von Bibliotheken gestalten: EU-Aktions- und Strukturprogramme im Überblick"

Bibliotheken sind Orte des freien Zugangs zu Wissen und Information, sie fördern Bildung, kulturelle Teilhabe und soziale Vernetzung, tragen zur Bewahrung und Weitergabe des kulturellen Erbes bei. Dabei konzentrieren sich wissenschaftliche Bibliotheken auf die Förderung von Forschung und Lehre, leisten mit ihren Ressourcen einen maßgeblichen Beitrag zu Wissensproduktion, - austausch und -vermittlung. Öffentliche Bibliotheken hingegen stehen für einen niedrigschwelligen Zugang zu Bildung und Kultur, der unabhängig von sozioökonomischem Hintergrund, Bildungsbiographie oder sozialem Status lebenslanges Lernen ermöglicht.

Unabhängig von ihrer Ausrichtung oder Größe eint Bibliotheken das Ziel, Wissen verfügbar zu machen, gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Sie sind Orte der Begegnung, des Dialogs sowie der individuellen Weiterentwicklung, die eine unverzichtbare Ressource für das Gemeinwohl darstellen.

Ausgewählte EU-Aktionsprogramme sowie Strukturfonds bieten Bibliotheken vielfältige Möglichkeiten zur Unterstützung ihrer Arbeit. So ermöglicht Erasmus plus Bibliotheken u.a. die Umsetzung internationaler Bildungskooperationen, welche zur Weiterbildung von Bibliotheksbeschäftigten sowie der Entwicklung innovativer Bildungsangebote beitragen. Creative Europe unterstützt Bibliotheken mittels der Förderung von Vorhaben, die kulturelle Zusammenarbeit, digitale Innovationen sowie den Zugang zu kulturellem Erbe ermöglichen. Dies stärkt ihre Rolle als kulturelle und kreative Zentren, die internationalen Austausch sowie die Digitalisierung kultureller Inhalte vorantreiben. Mit dem Citizen, Equality, Rights and Values Programm (CERV) werden Projekte zugunsten von demokratischer Teilhabe, Bürgerrechten und sozialer Inklusion ermöglicht, mittels derer Bibliotheken ihre Rolle als inklusive Gemeinschaftszentren stärken, die den Zugang zu Informationen und die Förderung von Gleichberechtigung und Menschenrechten unterstützen. Horizont Europa eröffnet Bibliotheken die Chance, an innovativen Projekten in den Bereichen Wissensmanagement, Digitalisierung und Open Access zu partizipieren, um ihre Rolle als Knotenpunkte für wissenschaftliche Kommunikation sowie den freien Zugang zu Forschungsergebnissen zu stärken. Schließlich stellen Strukturfonds finanzielle Mittel bereit, um die Infrastruktur und die digitalen Kapazitäten von Bibliotheken zu modernisieren, den Zugang zu Wissen und damit soziale Teilhabe erheblich zu verbessern.

Mittels Nutzung der genannten Programme können Bibliotheken ihre Rolle als zentrale Orte des Wissens, der Kultur und des gesellschaftlichen Engagements weiter ausbauen und ihre Zusammenarbeit sowohl innerhalb Europas als auch darüber hinaus stärken.

Die mehrteilige Vortragsreihe „Die Zukunft von Bibliotheken gestalten: EU-Aktions- und Strukturprogramme im Überblick“ verfolgt folgende Ziele:

  • Vermittlung eines Überblicks über europäische Fördermaßnahmen, deren Chancen und Herausforderungen.
  • Vertiefung des Wissens über für Bibliotheken relevante EU-Programme.
  • Aufzeigen der Nutzungsmöglichkeiten dieser Programme zur Weiterentwicklung von Bibliotheken.
  • Stärkung der Kompetenz in der Antragstellung für EU-Fördermittel.
  • Förderung des Erfahrungsaustauschs und der Vernetzung unter den Teilnehmer*innen.