Bür­ger­schaft­li­ches En­ga­ge­ment

Mehrere Frauen sitzen in der Bibliothek und freuen sich.
dbv/Janko

Bürgerschaftliches Engagement spielt eine vielfältige Rolle für Bibliotheken. Freundeskreise und Fördervereine, Engagement im Rahmen ehrenamtlicher Leseförderung durch Lesepat*innen oder verbandliches Engagement in Kommissionen und weiterer Gremien sind nur einige von vielen Beispielen für die Bedeutung, die bürgerschaftliches Engagement für Bibliotheken hat.

Laut Freiwilligensurvey waren 2019 in Deutschland 28,8 Mio. Menschen engagiert. Das entspricht einem Anteil von 39,7 % der Bevölkerung ab 14 Jahren. Kultur ist mit einer Engagementquote von 8,6 % an der Bevölkerung nach dem Sport (13,5 %) der zweitgrößte Engagementbereich.

Bibliotheken haben eine lange zivilgesellschaftliche Tradition, die sie zu bedeutenden Akteuren für zivilgesellschaftliches Handeln in der Kulturlandschaft macht. (vgl. Zivilgesellschaftliches Kulturengagement. Ein Lagebericht, Berlin 2025, S. 59). Zudem öffnen sich Bibliotheken mit ihrer Entwicklung hin zu dritten Orten für die lokale Zivilgesellschaft.

Engagementfördernde Infrastrukturen

Bibliotheken fördern damit auf unterschiedliche Weise Engagement: ob als Raumgeber für Vereine oder als Plattform und Kooperationspartner für gemeinschaftliche Veranstaltungsangebote, etwa von Fördervereinen. Bibliotheken haben sich damit zu engagementfördernden Infrastrukturen entwickelt, die lokale Selbstorganisationsprozesse anstoßen, ermöglichen und die in Kooperation mit Akteuren wie Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäusern oder Seniorenbüros arbeiten.

Engagement sinnvoll zu fördern und Räume für bürgerschaftliches Engagement in Bibliotheken zu öffnen, bedeutet, Raum für Selbstgestaltung zu öffnen und Engagement nicht als Ersatz für hauptamtliches Personal zu betrachten. Es müssen gute Rahmenbedingungen für die Beschäftigten geschaffen werden, damit sie ehrenamtliches Engagement gut begleiten können.

Gesellschaftliche Verankerung von Bibliotheken stärken

Engagement in, mit und für Bibliotheken ist ein Modus, mit dem sich Bürger*innen das öffentliche Raumangebot von Bibliotheken aneignen, zu ihrem eigenen Wirkungsraum machen. Engagement steigert also die gesellschaftliche Verankerung von Bibliotheken. Die Öffnung von Bibliotheken für mehr Engagement stärkt die Brücken in die Kommunen hinein und kann ein wichtiger Baustein sein, um die politische Rückendeckung von Bibliotheken zu erhöhen. Denn auch das zeigt die Engagementforschung: Engagierte sind häufig jene Aktiven einer lokalen Zivilgesellschaft, die auch politisch mitwirken. Engagierte sind damit Multiplikator*innen im Raum politischer Willensbildung.

Der Text basiert auf einem ausführlichen Artikel des dbv-Bundesgeschäftsführers Dr. Holger Krimmer für ZfBB, 03/2025.

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